Ganz ehrlich – wenn ich eine schlanke Linux-Distribution auf Debian-Basis für einen alten Rechner haben will, nehme ich sicher kein Ubuntu – hier ist Linux Mint um einiges schneller. Aber auf recht betagten Rechnern ist auch Linux Mint nicht unbedingt schnell – hier setze ich dann auf das noch schlankere Debian.
Aber – ja natürlich, es geht mit Debian auch noch viel schlanker. Slax basiert auf Debian GNU/Linux und ist noch einmal radikal schlanker / schneller. 32 Bit und Pentium M – kein Problem für Slax, wir sehen uns dieses System hier etwas näher an.
Inhaltsverzeichnis
Slax testen und installieren
Sie finden das Slax-ISO unter Slax zum Download, dieses brennen Sie entweder bootfähig auf eine DVD oder kopieren es besser bootfähig etwa mit Etcher auf einen USB-Stick und starten den Rechner davon:

Das System startet für ein Live-System sehr zügig in den grafischen und schlanken Desktop Fluxbox, unten links im Panel finden Sie das Anwendungsmenü:

Was Sie in diesem Menü sehen, sind tatsächlich alle installierten grafischen Anwendungen – mehr ist nicht vorhanden. Auf einem wirklich alten Rechner wird man auch nicht mehr brauchen als einen Webbrowser – hier vorinstalliert Chromium – Google Chrome ohne Google eben:

Bevor man irgendetwas startet, sollte man jedoch per Kontextmenü auf dem Desktop das Tastaturlayout auf Deutsch umstellen – ganz einfach:

Slax kommt mit 128 MB RAM problemlos klar (32 Bit), verbinden Sie sich mittels WLAN mit dem Internet, nutzen Sie im Anwendungsmenü den Eintrag „Net Manager„:

Wir sehen uns die Eigenheiten dieses Systems etwas später an, wir kümmern uns jetzt um die Installation. Das System ist so schlank – es besitzt keinen grafischen und keinen Terminal-basierten Installer. Die einfachste Art der Installation – Sie installieren über die Paket-Verwaltung Gparted (kein „sudo“ oder ähnliches nötig) – öffnen Sie das Terminal:
apt update
apt install gparted
Die Software finden Sie anschließend im Anwendungsmenü:

Hiermit erstellen Sie eine Partition mit dem Dateisystem Ext4. Sie schließen Gparted und öffnen aus dem Anwendungsmenü den Dateimanager zweimal – einmal öffnen Sie die neu angelegte Partition und einmal den Eintrag „sr0„. Unter „sr0“ finden Sie das Verzeichnis „slax“ – dieses öffnen Sie:

Die darin liegenden Verzeichnisse kopieren Sie in die angelegte Partition. Wurde dieser Vorgang angeschlossen, schließen Sie den Dateimanager mit dem Verzeichnis „sr0“ und wechseln in den Dateimanager auf der neu angelegten Partition.
Hier öffnen Sie das Verzeichnis „boot„:

Hier findet sich die Datei „bootinst.sh“ – öffnen Sie über das Menü „Tools“ das Terminal und starten die Installation mit dem Befehl:
sh bootinst.sh
Sie werden nun am Terminal durch die komplette Installation geleitet – hier wird der erste Benutzer angelegt und die Sprache angepasst, das System großteils automatisch konfiguriert und der Bootloader angepasst. Anschließend wird das System neu gestartet.
Slax nutzen
Man muss zu Slax mit Fluxbox nicht viel sagen – Sie können über die Paket-Verwaltung von Debian dessen komplettes Software-Archiv nutzen – zu Beginn müssen Sie am Terminal arbeiten – ich würde ganz einfach Synaptic installieren:
sudo apt install synaptic

Schon haben Sie eine grafische Paket-Verwaltung.

Eine Reaktion
Moin.
Das ist gaaanz toll.
Oder besser könnte es sein.
Genau das Richtige für eeePCs oder Tablets.
Die obige Anleitung ist schon mal eine wirklich sehr gute Hilfe, um überhaupt mal dem System ingangzukommen.
Aber sowohl diese Anleitung, als auch alle anderen, die im Netz zu finden sind, bleibt weiter wichtige Informationen schuldig, um ein sinnvoll nutzbares System zu erhalten.
Fangen wir gleich mal mit dem letzten Eintrag der Anleitung an.
Synaptic.
Synaptic ist super, ohne will ich nicht, Terminal-APT hin oder her.
Aber warum geht es hier nicht die apt-xapian-index-Filter-Suchleiste zu aktivieren ?
Auch nicht, wenn alle Pakete dafür installiert sind.
In debian-13, Trixi geht das nicht, weill Abhängigkeitpakete in den Repos fehlen ( Schande ).
Aber in Debian-12 Bookworm ist das normaler Weise kein Problem.
Wenn man dort apt-xapian-index installiert, erhält man die Filter-Suchleiste spätestens nach Reboot.
Aber bei SLAX nicht.
Ohne die Filter-Suchleiste ist Synaptic aber total anstrengend zu nutzen.
Erst recht, wenn man viel nachinstallieren muss.
Das ist im Fall von SLAX sehr viel, da es ja so explizit spartanisch daher kommt.
Auch wenn es sehr lobenswert ist, dass man über einen rechten Mausklick, unkompliziert die Bildschirmauflösung ändern oder die Tastatur nach deutsch umstellen kann, ist das zu wenig des Guten.
Denn wie schafft man es dass System auf deutsch umzustellen ?
Hunspell-de-de nachinstallieren hat jedenfalls dafür nicht gereicht.
Damit kann man so wirklich nicht mehr machen als anschalten und Internet.
Aber dass dann dauerhaft als root ?
Seit wann und warum sind da denn alle Sicherheitsbedenken ignoriert ?
Einen zweiten User mit eingeschränkten Rechten anlegen ist erst mal gar nicht möglich.
Da muss schon massig nachinstalliert werden.
adduser, sudo mit eben vielen Abhängigkeiten.
Dann kann man einen neuen Nutzer mit adduser anlegen.
Aber wie kommt man an den ran ?
die Installation eines Greeters bringt nichts. ( ich hatte es mit lightdm-gtk-greeter versucht )
Also von root abmelden und über die Konsole den neuen Nutzer anmelden.
Das geht.
Aber was geschieht dann ?
Man landet auf einem blitzblanken openbox-„desktop“.
Da ist dann mal gar nix, nur eine schöne graue Fläche, wo man per rechtem Mausklick ein extrem mageres Kontextmenü erhält.
Programme findet man auch nicht.
Die kann man mit dem Terminal ( nach dem man das gefunden hat ) bedingt aufrufen.
Vorausgesetzt die Programme brauchen keine root-Privilegien, wie Synaptic.
Klar, da könnte man dann das zuvor installierte sudo anwenden.
Geht.
Bzw. ginge, wenn der neue Nutzer denn in der Gruppe sudo wäre.
Da muss root ihn erstmal eintragen.
Das muss root per terminal mit adduser machen.
Ein root der keine Ahnung hat ( wie ich ) schaut bei Ubuntuuser Wiki nacht.
Aber in welchen Gruppen muss der neue user noch alles eingetragen werden ?
Eine graphische Benutzerverwaltung gibt es aber nicht, und die lässt sich auch nicht separat installieren.
Da braucht es dann wohl, dass man eine vollständige Desktop-Umgebung nachinstalliert.
Auch wenn das was helfen sollte, macht es doch die eigentliche ligtwight-Idee absurd.
Ich habe gnome-desktop installiert.
Hat aber nicht genutzt.
Lightdm zeigt immer noch nur einen schwarzen Bildschirm.
Strg+Alt+F4, um da wegzukommen und wieder in der Konsole zu landen.
Dann damit einloggen und startx.
So landet man dann wieder bei der SlAX-Oberfläche ( oder openbox je nach user )
Ohne Anmeldebildschirm wird Gnome aber nicht angeboten.
Also, so schön auch der SLAX-Gedanke und das designe ist, so ist es für den Normal-User nicht zu gebrauchen.
Eine hohle Nuss.
Da muss von SLAX entwerder massiv nachgebessert werden oder es braucht versierte Enthusiasten, die viele weitere HowTo-Anleitungen ( wie die obige ) schreiben, um aus SLAX ein brauchbares, nutzerfreundliches System zu machen.