Das Augsburger Unternehmen Tuxedo Computers GmbH produziert seit 2004 PC’s und Notebooks, die für GNU/Linux-Betriebssysteme optimiert sind. Wurden die Geräte anfangs mit vorinstalliertem Ubuntu oder einem der zahlreichen Derivate ausgeliefert, bietet Tuxedo mittlerweile eine eigene Linux-Distribution an – ähnlich wie es der US-amerikanische Hersteller System76 mit Pop_OS! schon länger handhabt. Tuxedo-Systeme und Tuxedo OS werden ausnahmslos in Deutschland – also innerhalb der EU – gefertigt und entwickelt.

Beschreibung

Basis und Installation
Tuxedo OS 3.0 basiert auf Ubuntu 22.04 LTS. Entgegen dem aktuellen Kubuntu 24.04 LTS, das den Sprung zu Plasma 6 verpasst hat, genießt Tuxedo OS bereits die Vorzüge des neuen Plasma-Desktops.
Ursprünglich nur für Tuxedo-Geräte über eine Online-Installation verfügbar, kann die Linux-Distribution jetzt als ISO-Image heruntergeladen, als Live-System auf beliebiger Hardware ausprobiert und – wenn gewünscht – mit Hilfe von Calamares dauerhaft installiert werden.
In einem früheren Beitrag wurde der Installationsprozess bereits ausführlich beschrieben und ist auch für die neue Version identisch.

Tuxedo Tools

Der Linux-Kernel 6.5.0 ist speziell an die Erfordernisse der Tuxedo-Hardware und die selbst entwickelte Firmware sowie die Treiber an die GNU/Linux-Spezifikationen angepasst. Auch der Desktop hat verschiedene Modifikationen und zusätzliche Software erhalten, wie beispielsweise das Tuxedo Control Center zur Überwachung und Steuerung der Sicherheits-, Energie- und Leistungsfunktionen oder Tuxedo Tomte, einem Konfigurationsdienst, der selbsttätig fehlende Treiber ermittelt und benötigte bzw. empfohlene Pakete meldet.
Diese Systemeigenen Tools sind jedoch überwiegend für die Verwendung der Hardware von Tuxedo-Geräten gedacht und lassen sich ggf. mit folgenden Befehl:

sudo apt purge tuxedo-control-center

weitestgehend und völlig gefahrlos deinstallieren.

Snap und Flatpak

Anders als bei Ubuntu ist die Unterstützung für Snap standardmäßig nicht enthalten, was angesichts der Bindung an den Ubuntu-eigenen Snap-Store und dessen unbeeinflussbarer Automatismen eher positiv zu werten ist. Selbstverständlich kann dies bei Bedarf – mit wenigen Handgriffen aktiviert werden.
Tuxedo OS setzt auf Flatpaks mit Einbindung von Flathub von Beginn an.

Repos, Software und Updates

Tuxedo verwendet neben denen von Ubuntu mehrere eigene angepasste Repositorys.

Den Update-Prozess erledigt man am besten via Terminal mit der von Ubuntu gewohnten Syntax:

sudo apt update

gefolgt von:

sudo apt upgrade

Die praktische Synaptic-Paketverwaltung holt man sich mit:

sudo apt install synaptic 

an Board.

Tuxedo-Design

Wem das vorgegebene globale „Tuxedo-Design“ – so wie mir – nicht zusagt, kann dies in den Systemeinstellungen ändern und auf das gewohnte „Breeze“ zurückkehren.

Abschließende Bemerkung

Tuxedo OS 3.0 bietet insbesondere Freunde der Plasma-Desktop-Umgebung eine interessante Alternative – nicht nur – zu Kubuntu – ohne Snap und mit Flatpak-Integration. Das Software-Angebot ist mit der von Ubuntu vergleichbar. KDE Plasma liegt in aktueller Version 6.1.0 vor.
Tuxedo OS ist einschließlich der selbst entwickelten Software vollständig Open Source und natürlich frei verfügbar.

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2 Reaktionen

  1. Moin Moin!

    Vielen Dank für den Beitrag über Tuxedo OS. Generell muss ich mal sagen, das eure Infos über Distribution, Programme bzw. kleine Helferlein immer sehr interessant sind, auch dafür viele Dank.

    Mfg: evilware666

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