Bei Linux-Systemen spielt die Firmware des Rechners eine wichtige Rolle. Gemeint ist damit das BIOS oder UEFI, also die Software, die direkt nach dem Einschalten startet und die Hardware vorbereitet. Ein Firmware-Update kann Fehler beheben, die Stabilität verbessern und Sicherheitslücken schließen.
Besonders wichtig wird das Thema dieses Jahr: Ab Juni 2026 laufen wichtige Secure-Boot-Zertifikate aus. Das betrifft nicht nur Windows, sondern auch Linux-Systeme, wenn Secure Boot aktiviert ist.
Was Secure Boot macht
Secure Boot prüft beim Start, ob Bootloader und Kernel vertrauenswürdig signiert sind. Dadurch soll verhindert werden, dass manipulierte oder schädliche Software schon vor dem eigentlichen Betriebssystem startet. Viele Linux-Distributionen unterstützen Secure Boot, damit sie auf modernen UEFI-Systemen problemlos booten können.
Wenn die alten Zertifikate ablaufen und kein Firmware-Update mit neuen Schlüsseln installiert wurde, kann das zu Startproblemen führen. Deshalb ist es sinnvoll, rechtzeitig zu prüfen, ob das eigene Gerät vorbereitet ist.
Unter Linux läuft ein BIOS-/UEFI-Update oft über das Terminal mit fwupd. Dieses Werkzeug wird von vielen Herstellern unterstützt und ermöglicht Firmware-Updates direkt aus dem laufenden System. Zuerst sollte geprüft werden, ob das Gerät überhaupt unterstützt wird.
I. Paket installieren:
sudo apt update
sudo apt install fwupd
II. Unterstützte Geräte anzeigen:
sudo fwupdmgr get-devices
Beispiel-Ausgabe eines etwas betagteren Test-Gerätes…

III. Firmware-Datenbank aktualisieren:
sudo fwupdmgr refresh

So werden die neuesten Update-Informationen geladen.
IV. Verfügbare Updates prüfen:
sudo fwupdmgr get-updates

Wie befürchtet, sind für dieses Gerät keine Firmware-Updates mehr verfügbar.
Andernfalls listet der Befehl verfügbare Firmware-Versionen auf.
V. Update einspielen:
Sind Updates verfügbar, lassen sich diese mit nachfolgenden Befehl installieren…
sudo fwupdmgr update
Nach einem Update ist i.d.R. ein Neustart nötig, damit die neue Firmware geladen wird.
Wenn kein Update verfügbar ist
Nicht jedes Mainboard und nicht jeder Laptop unterstützt Firmware-Updates über Linux direkt. In solchen Fällen stellt der Hersteller das Update oft nur über ein BIOS-/UEFI-Tool, einen USB-Stick oder ein Update-Menü im Firmware-Setup bereit. Wer Secure Boot weiterhin nutzen möchte, sollte deshalb frühzeitig prüfen, ob der Hersteller neue Firmware mit aktualisierten Zertifikaten anbietet.
Was ab Juni 2026 gilt
Die aktuellen Secure-Boot-Zertifikate aus der 2011er-Generation laufen im Juni 2026 ab. Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Rechner sofort unbrauchbar wird, aber Systeme ohne aktualisierte Firmware können bei Secure Boot Probleme bekommen oder keine neuen signierten Komponenten mehr akzeptieren.
Für Linux-Anwender bedeutet das vor allem: Updates der UEFI-/BIOS-Firmware sollten rechtzeitig geprüft und installiert werden. Wer Secure Boot nicht verwendet, ist technisch weniger betroffen, verzichtet dann aber auch auf diesen Schutzmechanismus.
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