GIMP ist die wohl bekannteste professionelle Bildbearbeitung unter Linux und Photoshop der Grund, nicht auf Linux zu wechseln – so zumindest die Argumentation so mancher Windows-User, die mit Photoshop rote Augen unter Windows entfernen … In etwa so, wie die meisten Windows-User unbedingt AutoCAD brauchen, um sich die Sessel in der Wohnung zurechtzurücken …

Nun, neben GIMP gibt es natürlich noch einige weitere professionelle Bildbearbeitungen unter Linux – einige davon finden Sie auf der Linux Bibel in der Kategorie Bildbearbeitung. Wir sehen uns hier eine professionelle, kommerzielle Bildbearbeitung an, die schon recht nahe an Photoshop herankommt – Corel AfterShot Pro. Die Software hat neben dem Vorteil, auch für Linux verfügbar zu sein, einen weiteren: Kein Abo, man bezahlt für die Software einmal und nutzt sie, aktuell, mit 20 Prozent Rabatt – knapp 70 €. Die Testversion gibt es für 30 Tage kostenlos.

Der Nachteil: Die Software lässt sich ohne Probleme seit Jahren nur unter Ubuntu installieren – besser gesagt unter Kubuntu. Doch auch dies lässt sich umgehen – mit Docker, dazu später mehr.

Corel AfterShot Pro installieren

Sie finden diese Software unter AfterShot Pro zum Download, unter Ubuntu, Kubuntu und Co. nutzen Sie das DEB-Paket Ubuntu 16.10 oder neuer (nicht Unity) –  64-bit, es gibt auch ein RPM-Paket für openSUSE, Mandriva, Mageia und Co.:

Gleich noch einmal: Die Software lässt sich unter Debian nicht installieren. Entweder installieren Sie das heruntergeladene Paket per Klick auf die Datei – dies habe ich nicht versucht – oder mit administrativen Rechten auf dem Terminal:

cd /home/username/Downloads/Dateiname.deb
sudo dpkg -i Dateiname.deb
sudo apt install -f

Anschließend finden Sie die Software im Anwendungsmenü unter der Kategorie Grafik, alternativ nutzen Sie den Schnellstarter (Alt+F2) oder das Terminal mit dem Befehl:

/usr/bin/AfterShot3X64

Beim ersten Start wird die Software kurz eingerichtet – übernehmen Sie einfach die Einstellungen und klicken Sie auf OK:

Da Sie wahrscheinlich noch keine Lizenz haben (die von Windows gilt auch), klicken Sie auf Testen Sie …:

Schon kann es losgehen:

AfterShot Pro unter anderen Linux-Distributionen installieren

Bisher gibt und gab es nur Pakete für Ubuntu – auch wenn der Entwickler Ubuntu 16.10 angibt, die Installation und Nutzung klappt ab 16.10, in meinem Beispiel wurde AfterShot unter Ubuntu 22.04 installiert. Unter Arch Linux gibt es angeblich ein Paket im AUR – nach den 30 Tagen Test müssen Sie natürlich auch dort dafür bezahlen. Ebenfalls gibt es ein RPM-Paket, aber das DEB-Paket lässt sich eben absolut nicht auf Debian installieren, es fehlen Abhängigkeiten.

Ich bin dabei, AfterShot in Docker zu installieren, die Installation klappt inzwischen, die Ausführung noch nicht ganz. Den Rest erledige ich das nächste Wochenende. Wer schon ein wenig spielen will – hier das Dockerfile namens Dockerfile:

FROM ubuntu:18.04
RUN apt update
RUN apt install wget ca-certificates libpsl5 openssl publicsuffix ocl-icd-opencl-dev libqt5gui5 libqt5keychain1 -y
RUN cd /root/ && apt update && apt upgrade -y
RUN cd /root/ && wget https://dwnld.aftershotpro.com/trials/3/AfterShotPro3-system-QT.deb
RUN cd /root/ && dpkg -i AfterShotPro3-system-QT.deb || true
RUN cd /root/ && apt-get --yes install -f
RUN useradd -m user
USER 1000
CMD /opt/AfterShot3(64-bit)/bin/AfterShot

Erstellen des Images (als root) im Verzeichnis mit dem Dockerfile:

docker build -t aftershot .

Erstellen des Containers und Start (unter Wayland):

docker run -it --rm -e XDG_RUNTIME_DIR -v $HOME:$HOME -v /run/user/1000/wayland-0:/run/user/1000/wayland-0 aftershot

Noch kommt eine Fehlermeldung, trotz aller Abhängigkeiten wird die Software nicht weitergeleitet. Da sie sich unter Kubuntu problemlos installieren lässt, fehlt wohl das Paket kubuntu-desktop, doch hier gilt es dann auch, die Zeitzone über das Dockerfile einzurichten – dazu war ich heute schlichtweg zu faul.

Siehe auch Installation unter KDE.

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4 Reaktionen

  1. Schuster bleib bei deinen Sohlen!=Corel bleib bei Windows!
    Möchte Corel jetzt Linux Vermarkten?
    30 Tage Testen dann Vollversion Kaufen?
    Freeware unter Linux?
    Ich hatte kürzlich einen ähnlichen Beitrag geschrieben.
    Zitat: robertgoedl
    Kein Abo, man bezahlt für die Software einmal und nutzt sie, aktuell, mit 20 Prozent Rabatt – knapp 70 €. Die Testversion gibt es für 30 Tage kostenlos.
    Ich werde das Corel AfterShot Pro niemals für Linux kaufen. Die CorelDraw 6.0 für Windows kostet bestimmt genau so fiel.

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    • Was spricht eigentlich gegen proprietäre Software unter Linux?
      Wer es unbedingt benötigt und es in Linux verwenden möchte… – Warum nicht?
      Hier wird nichts verschleiert – Die Kosten sind von vorneherein bekannt und transparent.

      Ich verwende selber seit Jahren Softmaker Office Professional – Auch proprietär, mit transparenter fairer Preisgestaltung. LO kann da in punkto Kompatibilität leider nicht mithalten…

      Die Firmen hinter den Software-Produkten wollen nicht nur – sie müssen damit auch Geld verdienen.
      Die Entwicklung, Vertrieb usw. verursachen nun mal Kosten, die es zu erwirtschaften gilt.

      Leider wird Linux manchmal als Selbstbedienungsladen verwechselt – wo alles gratis ist…
      Es ist sehr ehrenwert, dass es Leute (Entwickler) gibt, die in ihrer Freizeit Software entwickeln für die Linux Gemeinde…
      Sobald Unternehmen dahinter stehen kann es nun mal nicht kostenlos sein…

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    • Corel Draw gibt es schon seit über einem Jahrzehnt für Linux. Ich habe es nur deswegen nicht erwähnt, weil ich dachte, Ubuntu 16.10 wäre die letzte Linux-Version gewesen.

      Natürlich kostet die Windows-Version genauso viel, zwecks Weihnachten halt weniger.

      Gegen unfreie Software, für die man bezahlen muss, habe ich auch nichts. Ich selbst nutze beispielsweise einen LKW-Simulator (Euro Truck Simulator) unter Linux. Ich hasse eher unfreie Software, für die man nicht bezahlen muss – die Entwickler solcher Software haben nichts gutes im Sinn 🙂

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