Arbeitet man unter Linux, kommt man irgendwann einmal zu der Aussage – ‚Unter Linux ist alles eine Datei.‚. Was es damit auf sich hat, sehen wir uns in diesem Beitrag etwas näher an.

Unter Microsoft Windows sieht man eigentlich alles – Ordner, Verzeichnisse, Dateien, Drucker, Scanner, Netzwerkverbindungen, Software, … Unter Linux haben wir es viel einfacher – wir sagen zu allem ganz einfach ‚Datei‚.

Sehen wir uns die Geschichte einmal ganz einfach an – erstellen Sie ein Dokument unter Linux, egal was auch immer – eine Textdatei, ein Bild – wie gesagt, was auch immer. Es ist klar, eine Datei belegt Platz auf der Festplatte. Jetzt das Gegenteil – wir erstellen ein Verzeichnis, eigentlich sollte ein Verzeichnis keinen Platz auf der Festplatte belegen, wenn es leer ist – doch tut es natürlich. Ein Verzeichnis, oder ‚Ordner‘, wie man unter Windows gerne sagt – man darf sich ein Verzeichnis in der IT nicht wie einen Aktenordner oder eine Schachtel vorstellen, in der man andere Dateien unterbringt. Ein Verzeichnis ist nichts anderes als eine Datei – in dieser liegen Informationen, wo auf der Festplatte die vermeintlich darin liegenden Dateien liegen – eben, um sie leichter wiederzufinden.

Selbst ein Drucker, ein Monitor, die Tastatur oder die Maus – alles unter Linux ist eine Datei. Wie kommt es dazu? Sehen Sie sich einfach einmal kurz das Systemverzeichnis/dev“ an:

Hier sehen wir viele einzelne Dateien und solche Dateien in weiteren Unterverzeichnissen. Die in der Abbildung markierten Dateien mit der Bezeichnung ‚nvme0X‚ sind beispielsweise meine SSD – schnell gesagt meine Festplatte und die darauf liegenden Partitionen. Will ich eine Datei auf der Festplatte speichern, verschiebt das Betriebssystem die Dateien auf diese Dateien – wie gesagt, unter Linux – alles eine Datei.

Darunter sehen wir Dateien mit der Bezeichnung ‚ramX‚ – dies ist der Arbeitsspeicher, also der RAM. Wir sehen darin etwa auch das Unterverzeichnisinput‚:

Hier finden wir die Eingabegeräte – etwa ‚mouseX‚. Über diese Dateien spricht das Betriebssystem mit der Maus, haben wir einen Touchscreen, findet sich auch für diesen hier eine Datei.

Gehen wir etwas weiter – welche Dateien gibt es unter Linux?

Gewöhnliche Dateien, reguläre Dateien:

Dies sind Dateien, die wir auch als normal Sterblicher als Dateien bezeichnen würden:

Spezielle Dateien:

Zu den speziellen Dateien zählen etwa die Blockdateien, oder auch Gerätedateien – wir haben diese oben schon kurz erwähnt. Sie greifen etwa auf die Festplatte und Partitionen zu – sehen wir uns diese einmal schnell auf dem Terminal an:

ls -l /dev | grep "^b"

Diese Gerätedateien bezeichnet man unter Linux auch ‚Sockets‚, sie dienen zur Kommunikation innerhalb des Betriebssystems. Verschiebe ich etwa im grafischen Dateimanager Dateien von einer Partition auf eine andere, oder auf einen USB-Stick – greift das Betriebssystem auf diese Dateien zurück. Sockets lassen wir uns auch mit folgendem Befehl anzeigen:

ls -l /dev/ | grep "^s"

Dann gibt es unter den speziellen Dateien auch die Zeichendateien:

ls -l /dev | grep "^c"

Diese dienen dazu, Daten Zeichen für Zeichen zu übertragen.

Symbolische Links:

Auch symbolische Links oder Symlinks genannt, sind nichts anderes als Dateien – unter Windows nennt man diese auch gerne einfach Verknüpfungen. Symbolische Links, verweisen ganz einfach auf die originale Datei:

ls -l /dev/ | grep "^l"

Pipes oder Named Pipes

Dies sind Dateien zur Kommunikation zwischen Prozessen, also auch zwischen Anwendungen.

Spezielle Verzeichnisse

Spezielle Verzeichnisse – also ebenfalls Dateien, beinhalten normale Dateien und spezielle Dateien. Solche Verzeichnisse finden sich im ganzen System verteilt, wir lassen sie uns so anzeigen:

ls -l / | grep "^d"

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