Mit Solus 4.9 »Serenity« ist die erste Solus-Version des Jahres 2026 erschienen. Der Schwerpunkt des Releases liegt weniger auf spektakulären Oberflächenänderungen, sondern auf spürbaren Verbesserungen im Unterbau, beim Installer und bei der Systempflege.

Was Solus 4.9 auszeichnet

Eine der wichtigsten Änderungen betrifft den Umgang mit Diensten: Solus nutzt jetzt systemd-Preset-Dateien, um festzulegen, welche Services standardmäßig aktiviert sind. Das macht die Verwaltung transparenter und einfacher, weil der frühere Weg über Verknüpfungen in target.wants gewisse Nachteile hatte.

Ebenfalls umgestellt wurde die Standardgruppe für administrative Rechte: Statt sudo ist nun wheel die Vorgabe. Das ist für viele Linux-Softwarepakete die übliche Erwartung und reduziert den Pflegeaufwand für das Solus-Team.

Verbesserungen bei der Installation

Auch der Installationsprozess wurde überarbeitet. Auf Systemen ohne EFI setzt Solus jetzt auf GRUB 2.14, was unter anderem Argon2-Unterstützung mitbringt und damit LUKS2-verschlüsselte Installationen sauberer ermöglicht.

Der Installer Calamares wurde außerdem auf Version 3.4.2 aktualisiert. Solus nutzt dabei neue Funktionen, um den Bootloader-Workflow auf Legacy-Systemen zu vereinfachen und alte Anpassungen zu ersetzen.

Kernel, Grafik und Hardware

Im Unterbau liefert Solus 4.9 den Linux-Kernel 6.18.21 sowie Mesa 26.0.4 aus. Laut Projekt profitieren Nutzer dadurch von breiterer Hardware-Unterstützung, weil Solus nun auch dieselben Kernel-Patches und dieselbe Konfiguration wie AerynOS verwendet.

Für Nutzer von Grafik und Gaming ist das besonders interessant, weil aktuelle Kernel- und Mesa-Versionen oft bessere Treiberunterstützung, mehr Stabilität und reibungslosere Kompatibilität mit neuer Hardware bedeuten.

Desktop-Editionen

Auch die Desktop-Varianten wurden gepflegt. Die GNOME-Edition kommt mit GNOME 49.5, während weitere Editionen wie Budgie, Plasma und Xfce ebenfalls aktualisiert wurden. Solus setzt damit den Weg fort, seine Editionen aktuell zu halten, ohne das System unnötig aufzublähen.

Bemerkenswert ist außerdem der Ausblick auf GNOME 50: Solus kündigt an, dass GNOME dann sehr bald nur noch Wayland unterstützen wird. Das zeigt, wohin sich die Plattform langfristig entwickelt

Solus 4.9 »Serenity« KDE-Plasma

Warum das Release wichtig ist

Solus 4.9 wirkt auf den ersten Blick wie ein technisches Wartungs-Release, ist aber genau deshalb relevant. Die Änderungen machen das System für die Entwickler leichter wartbar und für Nutzer robuster, vor allem bei Installation, Verschlüsselung und Hardware-Support.

Gerade für eine Distribution wie Solus, die für ein schlankes und aufgeräumtes Desktop-Erlebnis steht, sind solche Verbesserungen oft wertvoller als ein großes visuelles Redesign. Der Release-Name »Serenity« passt deshalb gut: Mehr Ruhe im Hintergrund, mehr Stabilität im Alltag.

Download der ISO-Images

Auf der Projektseite finden Sie die ISO-Images zu den einzelnen Desktop-Editionen. Nach dem Download erstellen Sie davon einen bootfähigen USB-Stick und installieren davon die Edition Ihrer Wahl. Bereits bestehende Installationen erhalten die Neuerungen im Laufe der nächsten Aktualisierung.

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