Uneinheitliche Lautstärken gehören zu den klassischen Problemen größerer Musiksammlungen. Mit rsgain steht ein modernes Werkzeug zur Verfügung, das Lautheitswerte nach aktuellem Standard berechnet und als ReplayGain-Tags in Audiodateien schreibt, ohne das Audiomaterial selbst zu verändern.
Da rsgain ausschließlich als Kommandozeilenwerkzeug ausgelegt ist, bietet sich MusicBrainz Picard als grafische Oberfläche an. Über ein entsprechendes Plugin lässt sich rsgain direkt in den gewohnten Tagging-Workflow integrieren.
Installation
Für den Einsatz wird rsgain als zentrales Werkzeug sowie MusicBrainz Picard als Oberfläche benötigt. Picard dient dabei ausschließlich als GUI und übernimmt die Steuerung von rsgain im Hintergrund.
Unter Linux kann Picard beispielsweise als Flatpak installiert werden:
flatpak install flathub org.musicbrainz.Picard
rsgain wird ebenfalls benötigt. Dieses Tool ist in vielen Distributionen in den Repos und wird unter Debian 13 mit:
sudo apt install rsgain
installiert.
Einrichtung
Nach der Installation wird in Picard das Plugin ReplayGain 2.0 aktiviert, das intern mit rsgain arbeitet.

In den Plugin-Einstellungen ist der Pfad zur rsgain-Executable zu setzen. Zusätzlich lassen sich Parameter wie Ziel-Lautheit, Album- oder Track-Modus, True-Peak-Berechnung und Clipping-Schutz konfigurieren.
Anwendung
Die gewünschten Audiodateien werden in Picard geladen und wie gewohnt organisiert. Anschließend kann rsgain über das Kontextmenü gestartet werden.

Picard fungiert hierbei ausschließlich als Oberfläche: Die eigentliche Analyse übernimmt rsgain im Hintergrund. Die berechneten Werte werden anschließend als ReplayGain-Tags angezeigt.
Erst mit dem Speichern schreibt Picard die von rsgain erzeugten Tags dauerhaft in die Dateien.
Hinweis
rsgain verändert keine Audiodaten, sondern ergänzt ausschließlich Metadaten. Die Lautstärkeanpassung erfolgt erst bei der Wiedergabe durch kompatible Player, die diese Tags auswerten.
Fazit
rsgain ist ein schlankes und leistungsfähiges Werkzeug zur Lautheitsanalyse moderner Musiksammlungen. In Kombination mit MusicBrainz Picard als grafischer Oberfläche lässt sich die Nutzung komfortabel in bestehende Tagging-Workflows integrieren, ohne auf die Vorteile eines CLI-Tools verzichten zu müssen.

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