Am 10. November 2025 wurde der neue Supercomputer „Otus“ offiziell an der Universität Paderborn eingeweiht und hebt das Forschungszentrum PC2 auf ein ganz neues Niveau. Mit globaler Relevanz und heimischer Energieeffizienz setzt Otus neue Maßstäbe im High Performance Computing (HPC).
Technische Daten und Innovationskraft
Otus verfügt über rund 142.656 Prozessorkerne und 108 Grafikkarten (GPUs). Das System basiert auf AMD-Prozessoren der neuesten „Turin“-Generation und ist mit einem leistungsstarken IBM Spectrum Scale-Dateisystem ausgestattet, das fünf Petabyte Speicherkapazität bereitstellt. Mit einer erreichten Peakleistung von ca. 11,44 PFLOPS (Double Precision Floating Point Operations per Second) für CPUs und 7,45 PFLOPS für GPUs zählt Otus zu den fortschrittlichsten Rechnern seiner Art. Seine Energieeffizienz liegt bei bemerkenswerten 68,18 GFLOPS pro Watt.
Verwendet wird ein IBM Spectrum Scale-Dateisystem und basiert auf Hardware von Lenovo mit AMD-Prozessoren der „Turin“-Generation. Das konkrete Betriebssystem wird in den öffentlich zugänglichen Quellen nicht ausdrücklich genannt, erfahrungsgemäß kommen bei vergleichbaren Hochleistungsrechnern in Deutschland jedoch meist spezialisierte Linux-Distributionen wie CentOS, Rocky Linux oder SUSE Linux Enterprise Server zum Einsatz. Spezifische Angaben zum eingesetzten Linux-System auf „Otus“ wurden bislang nicht veröffentlicht.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachhaltigkeit: Otus wird ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben und nutzt ein modernes Konzept der indirekten freien Kühlung. Die dabei entstehende Abwärme wird in das Campus-Heizsystem eingespeist – Ökologie trifft Rechenpower! Diese Maßnahmen verhalfen dem System zum internationalen Spitzenplatz 5 auf der Green500-Rangliste der energieeffizientesten Supercomputer.
Forschung und Anwendungsgebiete
Otus steht Forschenden aus ganz Deutschland zur Verfügung.
Typische Anwendungen sind etwa:
– Simulationen physikalischer und chemischer Vorgänge auf atomarer Ebene
– Verbesserung der Effizienz von Solarzellen
– Routenoptimierung für die Schifffahrt zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs
– Entwicklung neuer KI-Methoden und Quantenalgorithmen
Auch Experiment- und Modellierungs-Projekte profitieren enorm, da viele Abläufe virtuell analysiert werden können, die im Labor nicht durchführbar wären.
Förderungen und Bedeutung
Die Finanzierung erfolgte durch den Bund und das Land Nordrhein-Westfalen, jeweils zur Hälfte, mit einem Gesamtvolumen von rund 14 Millionen Euro. Otus ist Teil des Nationalen Hochleistungsrechnens (NHR) und erleichtert den Zugang auf Basis eines transparenten und qualitätsgesicherten Antragsverfahrens für Forschende aus ganz Deutschland.
Fazit
Otus bringt nicht nur eine neue Dimension in die Forschungslandschaft von NRW und Deutschland, sondern steht mit weltweit führender Technik, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit für die Zukunft rechenintensiver Wissenschaft.
Bildquelle: (Paderborn University, Stefan Rohde): The new supercomputer at Paderborn University

3 Reaktionen
da kann ich nur sagen: wow
Ja Heinzi würde sich freuen.
Ja, das hätte Heinz Nixdorf sicher gefallen. (Für die U60ger habe ich das etwas despektierliche Heinzi vermieden. 😉 )