Mit Version 9.0 hat OnlyOffice vor kurzem ein umfassendes Update für seine Office-Suite veröffentlicht, das sowohl die Desktop- als auch die Cloud-Variante betrifft. Das Release bringt viele neue Funktionen, ein vollständig überarbeitetes Design und fast 500 Fehlerbehebungen – und positioniert sich damit erneut als leistungsstarke Open-Source-Alternative zu klassischen Office-Lösungen.
I. Download und Installation
Auf der Projektseite stehen neben Versionen für Windows und MacOS diverse Installationspakete für alle Linux-Distributionen z.B. im *.DEB- / *.RPM- / -Flatpak / -Snap-Format sowie als AppImage zum Download bereit. Wählen Sie die für Ihre Distribution passende Version…

Nach der Installation befindet sich die Anwendung im Hauptmenü unter -> Büro.
II. Programm-Vorstellung
Die auffälligste Neuerung ist das visuelle Redesign aller Editoren (Dokumente, Tabellen, Präsentationen, Formulare und PDF).
Es gibt zwei neue Oberflächen-Themes: „Modern Hell“ und „Modern Dunkel“, die für eine zeitgemäße, anpassbare Nutzererfahrung sorgen.
Die Start-Ansicht wurde verschlankt und übersichtlicher gestaltet.

OnlyOffice 9.0 – Startansicht
Die Office-Suite ist unterteilt in vier Teilbereichen:
Textverarbeitung…

OnlyOffice 9.0
Tabellenkalkulation…

OnlyOffice 9.0
Präsentation…

OnlyOffice 9.0
PDF-Viewer – PDF-Editor – PDF-Formulare…

OnlyOffice 9.0
OnlyOffice 9.0 bringt eine komplett überarbeitete Benutzeroberfläche mit modernen Light- und Dark-Themes, viele neue Funktionen sowie KI-Unterstützung. Hervorzuheben sind die Integration von KI-Tools (z.B. für Makros, Formeln und OCR in PDFs), ein neuer Diagramm-Viewer (u.a. für Visio-Dateien), erweiterte Dateiformatunterstützung (z.B. direkte Bearbeitung von Markdown, .odg, .vsdx, .xlsb) und zahlreiche Verbesserungen im PDF-Editor (z.B. Drag-and-drop-Seitenanordnung, neue Formular-Features und Textbearbeitung).
Weitere Features:
– Über 20 neue Funktionen und rund 500 Fehlerbehebungen.
– Einheitliche, modernisierte Oberfläche mit einfacherer Navigation und verbesserten Symbolen.
– KI-gestützte Werkzeuge: Text aus gescannten PDFs extrahieren (OCR), AI-Formeln in Tabellen sowie KI-Makrogenerator und -Konvertierung.
– Neuer Diagramm-Viewer für Visio-Dateien und andere Diagramme direkt im Editor.
– Erweiterte Dateiunterstützung für Markdown (.md), OpenDocument Graphic (.odg), Visio (.vsdx) und .xlsb (Excel-Binärdateien), ohne vorherige Konvertierung.
– Verbesserte PDF-Bearbeitung: Gemeinsames Bearbeiten von PDF-Formularen, Seiten duplizieren, Seitenreihenfolge per Drag-and-drop anpassen.
– Verbesserungen für Right-to-Left-Sprachen (z.B. Arabisch, Hebräisch), neue Lokalisierungen und bessere Druckoptionen.
– Überarbeitete Startseite und individuell anpassbare Dateizuordnungen bei Installation.
Nachtrag: Kopf- und Fußzeile editieren
Um Kopf- und / oder Fußzeilen zu bearbeiten, rufen Sie diese durch Doppelklick – für die Kopfzeile im oberen Bildschirmrand – auf. In der Symbolleiste rechts finden sie nun ein Icon, mit der die Bearbeitungsleiste eingeblendet wird…

III. Fazit
OnlyOffice wurde bereits mehrfach hier auf der Linux-Bibel vorgestellt. Die Office-Suite „mausert“ sich von Version zu Version zu einer hochwertigen Alternative zu Libre Office – hat diese an Funktionsvielfalt bereits überholt. Die Kompatibilität zu MS-Office-Dateiformaten ist vorzüglich.
OnlyOffice hat das Potenzial, bei mir künftig das proprietäre Softmaker Office abzulösen.

7 Reaktionen
Interessant! Wie ist eigentlich die Unterstützung von Hebräisch und Arabisch in OnlyOffice? Das sind die Sprachen, denen bei Softmaker kaum Beachtung geschenkt wird.
Hallo paulchen panther,
Nach kurzer Recherche…
OnlyOffice 9.0 hat die Unterstützung für Rechts-nach-Links-Sprachen (RTL) wie Arabisch und Hebräisch deutlich verbessert, z.B.
– Verbesserte Benutzerfreundlichkeit für RTL-Text in allen Editoren, einschließlich Korrekturen bei Absätzen mit RTL-Hauptrichtung in Dokumenten.
– Die Richtungsumschaltung (RTL/LTR) in Präsentationen und PDF’s ist einfacher und konsistenter nutzbar.
– In der Tabellenkalkulationen gibt es jetzt ebenfalls offiziell RTL-Unterstützung.
– Die Benutzeroberfläche ist auf Hebräisch (98% Übersetzungsstand) und Arabisch (98%) nahezu vollständig lokalisiert.
Diese Verbesserungen betreffen sowohl die Desktop- als auch die Cloud-Variante von OnlyOffice und machen die Arbeit mit arabischen und hebräischen Dokumenten wesentlich komfortabler.
Danke für deine Info. Du hast mich neugierig gemacht. Nach meinem Urlaub werde ich mir OnlyOffice mal genauer ansehen und einen Check mit Hebräisch machen.
Leider kann man so gut wie nichts einstellen. Bei mir ist die Kopfzeile zu groß.
Siehe Nachtrag: Kopf- und Fußzeile editieren…
Es ist nicht möglich, alle Funktionen zu beschreiben. Die Wege dahin sind meist ähnlich – wie in anderen Office-Suites.
Du siehst, man kann vieles einstellen…
ONLYOFFICE Desktop Editors Community-Version 9.2.1.43 (x64 snap) ist die Version, welche über snap runtergeladen werden kann.
Möglicherweise bin nur ich nicht in der Lage mit OnlyOffice zu drucken. Only Office erkennt meinen Drucker, nur wird der Druckbefehl nicht umgesetzt. Unter Libre Office kein Problem zu drucken. Wenn jemand versucht sich an OnlyOffice zu wenden (Die Seite bietet eine Chat-Funktion an), wird man sehr schnell an das Help-Center verwiesen. Eine Hilfe bekommt man aber nicht wirklich, denn man landet wieder am Ausgangspunkt.
Okay, ich stand etwas unter Zeitdruck, aber es sollte möglich sein auf der Homepage hilfe zu bekommen ohne sich durch unzählige Seiten klicken zu müssen um am Ausgangsort wieder anzuikommen. Für mich ein no go. Schade. Den PDF dateien lassen sich optimal bearbeiten. Hat jemand dazu Erfahrungen gesammelt?? Zum Drucken ;-)))
Hallo Uwe,
willkommen auf der Linux-Bibel.
Klingt nach einem bekannten Problem der Snap‑Version mit dem Drucken…
Du könntest versuchen, die Druckerrechte mit nachfolgenden Befehl explizit zu erteilen:
sudo snap connect onlyoffice-desktopeditors:cups-control :cups-control
Funktioniert das nicht, entferne die Snap-Version und versuche – falls du eine Debian-basierte Distro verwendest – die native DEB-Version oder das Flatpak. Ich verwende DEB und Flatpak auf unterschiedlichen System – das Drucken funktioniert hier problemlos.