Fedora Linux 45 präsentiert sich als rundum gelungene, moderne Linux-Distribution: Die KDE-Plasma-Edition kombiniert einen aktuellen Desktop mit einem schlanken, sauber integrierten Basissystem. Nach der Neuinstallation macht das System einen sehr aufgeräumten Eindruck und vermittelt ein Gefühl von Stabilität, Aktualität und durchdachter Benutzerführung.
Installation – erfreulich unkompliziert
Die Installation verläuft erfreulich einfach und zügig. Die Oberfläche führt verständlich durch Sprache, Tastatur, Zeitzone, Benutzerkonto und Speicherbelegung. Erst nach der abschließenden Prüfung werden Änderungen auf die Festplatte geschrieben. Besonders angenehm: Wer die Partitionierung dem Installer überlässt, erhält schnell ein funktionsfähiges Grundsystem ohne unnötige Komplexität.
Neu ist vor allem die Stratis-Unterstützung im Installer. Damit lassen sich Speicherpools, Snapshots, Verschlüsselung und dynamisch wachsende Dateisysteme bereits während der Installation einrichten – wahlweise über die grafische Oberfläche oder per Kickstart für automatisierte Installationen.
Plasma 6.8 als Herzstück
Die getestete Fedora Plasma Desktop Edition setzt auf KDE Plasma 6.8. Zum Release-Zeitpunkt war insbesondere Plasma 6.8.1 vorgesehen – über die Fedora-Updates ist inzwischen Plasma 6.8.2 verfügbar. Der Desktop wirkt reif, flüssig und visuell sehr stimmig, ohne unnötig überladen zu erscheinen.

Fedora 45 mit KDE Plasma – angepasster Desktop
Plasma 6.8 bringt unter anderem virtuelle Arbeitsflächen pro Monitor, eine hell-dunkel-Umschaltung in der Systemleiste, einen Mikrofontest sowie Verbesserungen bei Hintergrundanwendungen und Remote Desktop. Native X11-Sitzungen werden nicht mehr gestartet. X11-Anwendungen laufen jedoch weiterhin über XWayland.
Aktuelle Basis – Kernel und System
Fedora 45 basiert auf der Linux-Kernel-Serie 7.2. Damit verfügt das System über eine aktuelle Grundlage für Hardwareunterstützung, Energieverwaltung auf Laptops, Grafik, Netzwerk und Container.

Weitere relevante Neuerungen sind RPM 6.1, Podman 6, die aktualisierte GNU-Toolchain mit GCC 16.2 und glibc 2.44 sowie Go 1.27. Fedora 45 ersetzt zudem die klassische Kernel-Konsole fbcon durch kmscon, das eine verbesserte Unicode- und Schriftartdarstellung bietet.
Sicherheit und Desktop-Details
Fedora 45 erzwingt standardmäßig die Prüfung von RPM-Signaturen. Pakete lassen sich damit nur installieren, wenn ihre Signatur verifiziert werden kann; eine Umgehung ist lediglich ausdrücklich, etwa über –nosignature, möglich.
Auf Fedora-Desktops ersetzt oo7 GNOME Keyring als Standardanbieter für den Secrets Service. Die Änderung soll die Verwaltung von Passwörtern und Geheimnissen sicherer machen, insbesondere für sandboxed Anwendungen, und ermöglicht zudem FIDO2-Authentifizierung.
Nach der Neuinstallation – Things to do after…
Für ein vollwertiges System sollte direkt nach der Installation zunächst aktualisiert werden:
sudo dnf upgrade --refresh
Anschließend empfiehlt sich ein Neustart des Rechners – insbesondere wenn Kernel- oder Systemkomponenten aktualisiert wurden. Danach lassen sich die RPM-Fusion-Repositories hinzufügen, die zusätzliche Multimedia-Codecs, Treiber und verbreitete Software bereitstellen:
sudo dnf install \
https://mirrors.rpmfusion.org/free/fedora/rpmfusion-free-release-$(rpm -E %fedora).noarch.rpm \
https://mirrors.rpmfusion.org/nonfree/fedora/rpmfusion-nonfree-release-$(rpm -E %fedora).noarch.rpm
Für vollständige Multimedia-Unterstützung sind anschließend die FFmpeg-Bibliotheken und die passenden GStreamer-Plugins sinnvoll:
sudo dnf swap ffmpeg-free ffmpeg --allowerasing
sudo dnf install @multimedia --setopt="install_weak_deps=False" --exclude=PackageKit-gstreamer-plugin
Damit sind typische Video- und Audioformate sowie viele gängige Medienanwendungen ohne weitere Nacharbeit einsatzbereit.
Der DNF-Paketmanager lässt sich spürbar beschleunigen – mit folgendem Kommando:
sudo dnf config-manager setopt max_parallel_downloads=10
sudo dnf config-manager setopt defaultyes=True
Nun kann mit der Installation der benötigten Anwendersoftware begonnen werden.
Fazit
Fedora 45 KDE Plasma ist eine ausgesprochen gelungene Veröffentlichung – schnell installiert, optisch und funktional auf aktuellem Stand sowie technisch solide ausgestattet. Mit Plasma 6.8, Kernel 7.2, verbesserter Stratis-Integration und modernisierten Systemkomponenten bietet die Distribution sowohl für Einsteiger mit erweiterten Kenntnissen als auch für erfahrene Anwender ein überzeugendes Gesamtpaket. Nach RPM Fusion und den Multimedia-Paketen entsteht rasch ein vollwertiges, vielseitig einsetzbares Linux-System.

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