PeaZip ist ein plattformübergreifender, quelloffener Archivmanager, der unter Linux eine
leistungsfähige Alternative zu proprietären Tools wie WinZip oder WinRAR bietet. Das
Programm unterstützt das Erstellen, Extrahieren und Konvertieren von mehr als 200
Archivformaten und kombiniert dabei eine intuitive grafische Oberfläche mit umfangreichen
Funktionen zur Verschlüsselung, Kompression und Dateiverwaltung.

Was ist PeaZip?

PeaZip wurde als freie Software unter der LGPLv3-Lizenz entwickelt und steht für Linux, macOS und Windows zur Verfügung. Im Kern handelt es sich um eine grafische Benutzeroberfläche, die verschiedene bewährte Open-Source-Technologien wie 7-Zip, FreeArc, PAQ und PEA zusammenführt.

Das Programm zeichnet sich durch seine Desktop-Unabhängigkeit aus: Es läuft konsistent unter GNOME, KDE, Cinnamon, MATE und XFCE und übernimmt dabei systemweite Farbeinstellungen einschließlich des Dunkelmodus. Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit, neben gängigen Formaten wie 7Z, TAR, ZIP und ZST auch proprietäre Archive wie RAR, ISO oder WIM zu öffnen und zu extrahieren.

Für welche Aufgaben ist PeaZip nützlich?

PeaZip deckt ein breites Spektrum an Archivierungsaufgaben ab. Zu den Kernfunktionen
zählen:

  • Umfangreiche Formatunterstützung: Lesen und Schreiben von 7Z, ARC, BROTLI, BZ2, GZ,TAR, ZIP, ZIPX, ZST sowie Extrahieren von RAR, ACE, ISO, CAB, DMG und über 200 weiteren Formaten.
  • Starke Verschlüsselung: Mehrere Verschlüsselungsstandards wie AES, Serpent, Twofishund Blowfish schützen sensible Daten in Archiven.
  • Hohe Kompressionsraten: Besonders bei den Formaten 7Z, ARC und PAQ erzielt PeaZip deutlich bessere Packraten als herkömmliche ZIP-Archive.
  • Dateiverwaltung: Integrierte Funktionen zum sicheren Löschen, Hash- und Checksummenberechnung, Duplikatensuche, Aufteilen und Zusammenführen von Dateien.
  • Batch-Verarbeitung: Mehrere Archive können gleichzeitig erstellt, extrahiert oder konvertiert werden.
  • Befehlszeilen-Export: In der GUI definierte Aufgaben lassen sich als konsolenfähige Skripte exportieren, was die Automatisierung erleichtert.

Damit eignet sich PeaZip sowohl für alltägliche Archivierungsaufgaben als auch für anspruchsvolle Szenarien wie sichere Datenübertragung oder die Verarbeitung großer Datenmengen.

Installation

Für Debian und darauf basierende Systeme stehen mehrere Installationswege zur Verfügung.
Die offizielle Projektseite bietet DEB-Pakete in zwei Varianten an: Eine Qt6-Version und eine GTK2-Version.
Zunächst wird das passende DEB-Paket von der PeaZip-Downloadseite heruntergeladen. Für die meisten modernen Debian-Systeme empfiehlt sich die Qt6-Variante. Anschließend erfolgt die Installation im Terminal:

cd Downloads
sudo dpkg -i peazip_11.3.0_amd64.deb
sudo apt install -f

Der zweite Befehl stellt sicher, dass evtl. fehlende Abhängigkeiten automatisch nachinstalliert werden.

Alternativ dazu stehen zum einem ein Flatpak bereit:

flatpak install flathub io.github.peazip.PeaZip

oder ein universelles AppImage.

Anwendung

Nach der Installation lässt sich PeaZip entweder über das Anwendungsmenü oder direkt aus dem Dateimanager heraus verwenden. Viele Distributionen integrieren das Programm automatisch in die Kontextmenüs, sodass Archive per Rechtsklick extrahiert oder erstellt werden können.

Archive extrahieren

Zum Extrahieren eines Archives wird PeaZip gestartet und das gewünschte Archiv über die integrierte Dateinavigation ausgewählt. Ein Klick auf Archive → Entpacken öffnet ein Dialogfenster, in dem das Zielverzeichnis festgelegt wird. Bei verschlüsselten Archiven wird anschließend das Passwort abgefragt.

Entpacken direkt in PeaZip

Entpacken im Dateimanager via Kontextmenü

Neue Archive erstellen

Um Dateien zu komprimieren, werden diese im PeaZip-Fenster markiert und über Archive → Hinzufügen ein neues Archiv erstellt…

Im daraufhin erscheinenden Fenster können Format, Kompressionsstufe, Verschlüsselung und weitere Optionen eingestellt werden. Besonders für Backups empfiehlt sich das 7Z-Format mit LZMA2-Kompression und AES-256-Verschlüsselung.

Erweiterte Funktionen

PeaZip bietet im Menü „Tools“ Zugriff auf zusätzliche Werkzeuge wie Hashberechnung, Duplikatensuche oder sichere Löschung. Über Optionen → Einstellungen lassen sich Dateizuordnungen, Kontextmenü-Integration und andere Systemeinstellungen anpassen.

Fazit

PeaZip stellt unter Linux eine ausgereifte, funktionsreiche und dabei benutzerfreundliche Lösung für alle Belange der Archivverwaltung dar. Die Kombination aus breiter Formatunterstützung, starker Verschlüsselung und praktischen Dateiverwaltungsfunktionen macht das Programm zu einer ernstzunehmenden Alternative zu proprietären Archiviern.

Besonders hervorzuheben ist die plattformübergreifende Konsistenz: Wer PeaZip unter Linux einsetzt, findet dieselbe Oberfläche und Funktionalität auch unter Windows oder macOS vor.
Für Debian 13 steht die Installation über DEB-Pakete, Flatpak oder als portable Variante zur Verfügung, sodass sich das Tool nahtlos in unterschiedliche Arbeitsumgebungen integrieren lässt.

Für Anwender, die Wert auf quelloffene Software, reproduzierbare Arbeitsabläufe und eine klare grafische Oberfläche legen, ist PeaZip eine empfehlenswerte Wahl.

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