Wer den Inhalt einer Festplatte, eines Backup-Archivs oder einer umfangreichen Mediensammlung dokumentieren möchte, muss nicht zwangsläufig auf komplizierte Terminal-Befehle zurückgreifen.
Der DateilistenSchreiber ist ein grafisches Programm zur Erstellung von Dateilisten. Dateien und Ordner werden in das Programm übernommen, woraufhin daraus eine strukturierte Übersicht entsteht. Je nach Einstellung kann diese Übersicht beispielsweise Dateinamen, Pfade, Dateigrößen oder Änderungsdaten enthalten.

Die Bedienung erfolgt weitgehend intuitiv. Dateien lassen sich per drag-and-drop in das Programmfenster ziehen. Anschließend können die gewünschten Informationen ausgewählt und in einer passenden Form ausgegeben werden. Eine aufwendig zusammengestellte Kommandozeile ist dafür nicht erforderlich.

Dateien einfach per drag-and-drop aus dem Dateimanager ablegen…

Welche Informationen können erfasst werden?

Das Tool beschränkt sich nicht auf eine einfache Aufzählung von Dateinamen. Abhängig vom verwendeten Dateityp und den gewählten Einstellungen können zahlreiche zusätzliche Angaben in die Liste aufgenommen werden.

Dazu gehören unter anderem:

  • Dateiname und vollständiger Pfad
  • Dateityp und Dateigröße
  • Erstellungs- und Änderungsdatum
  • Ordnerstruktur und Verzeichnisebene
  • Datei- und Ordnereigenschaften
  • Informationen zum Datenträger und Dateisystem
  • Prüfsummen wie MD5, SHA-256 oder SHA-512

Gerade Prüfsummen sind für die Dokumentation und Kontrolle von Dateien interessant. Eine Prüfsumme funktioniert vereinfacht gesagt wie ein digitaler Fingerabdruck. Ändert sich der Inhalt einer Datei, verändert sich normalerweise auch ihre Prüfsumme.

Kataloge für Musik, Bilder und Videos

Eine besondere Stärke des Programms liegt in der Unterstützung verschiedener Medientypen. Bei Audiodateien lassen sich beispielsweise Titel, Interpret, Album, Genre, Erscheinungsjahr, Tracknummer, Spieldauer, Bitrate und Samplerate ausgeben.

Auch Bilddateien können mit zusätzlichen technischen Angaben katalogisiert werden. Dazu zählen unter anderem Auflösung, Abmessungen, Farbtiefe und Seitenverhältnis. Bei Videos sind beispielsweise Laufzeit, Bildgröße, Bildrate und Bitrate möglich.Damit eignet sich das Programm etwa zur Erstellung eines Katalogs für eine private Musiksammlung, eine Sammlung digitaler Fotografien oder ein Videoarchiv.

Praktischer Nutzen für Backups

Auch im Umfeld von Datensicherungen kann der DateilistenSchreiber hilfreich sein. Vor dem Formatieren oder Weitergeben einer Festplatte lässt sich der vorhandene Datenbestand dokumentieren. Ebenso kann eine Dateiliste zusammen mit einem Archiv oder einer Backup-Festplatte aufbewahrt werden.

Eine solche Liste erleichtert später die Suche nach bestimmten Dateien und vermittelt einen schnellen Überblick über den Inhalt eines Datenträgers. Bei wichtigen Dateien können zusätzlich Prüfsummen gespeichert werden, um eine spätere Veränderung festzustellen.

Der DateilistenSchreiber ersetzt jedoch kein Backup-Programm. Er kopiert keine Daten, synchronisiert keine Verzeichnisse und stellt im Schadensfall keine Dateien wieder her. Seine Aufgabe besteht ausschließlich darin, vorhandene Dateien zu erfassen und zu beschreiben.

Ausgabe als Tabelle, HTML-Datei oder Text

Die erzeugte Liste kann in verschiedenen Formaten gespeichert werden. Unterstützt werden unter anderem Text- und CSV-Dateien, HTML, XLSX, ODS, DIF sowie Bilddateien. Auch die Ausgabe in die Zwischenablage oder der Druck über einen Drucker beziehungsweise PDF-Drucker ist möglich.

Für unterschiedliche Anwendungsfälle bieten sich verschiedene Formate an:

  • CSV oder TXT: zur Weiterverarbeitung mit Skripten oder Tabellenprogrammen
  • ODS oder XLSX: für die Bearbeitung in LibreOffice Calc oder Microsoft Excel
  • HTML: für eine übersichtliche Darstellung im Webbrowser
  • PDF: für eine unveränderliche Dokumentation
  • Bilddatei: für eine einfache Weitergabe oder Präsentation

Eine HTML-Datei kann beispielsweise als Inhaltsverzeichnis für einen Datenträger oder ein Archiv dienen. Je nach Konfiguration lassen sich darin auch Verknüpfungen zu den aufgeführten Dateien hinterlegen.

Kommandozeilen-Version für Automatisierung

Neben der grafischen Ausgabe ist eine Kommandozeilen-Version verfügbar. Diese lässt sich in Skripte und automatisierte Abläufe einbinden. Dadurch können beispielsweise regelmäßig neue Dateilisten für bestimmte Backup-Verzeichnisse erzeugt werden.

Für Linux-Anwender, die häufig mit Skripten arbeiten, kann diese Möglichkeit interessant sein. Die grafische Variante ist dagegen besonders für gelegentliche Aufgaben geeignet, bei denen eine übersichtliche Tabelle ohne eigene Programmierung benötigt wird.

DateilistenSchreiber oder Linux-Bordmittel?

Linux bietet bereits zahlreiche Werkzeuge für ähnliche Aufgaben. Mit find lässt sich beispielsweise eine Liste aller Dateien in einem Verzeichnis erstellen:

find /pfad/zum/ordner -type f > dateiliste.txt

Für detailliertere Informationen kommen unter anderem stat, du oder sha256sum infrage. Diese Werkzeuge sind leistungsfähig und gut für automatisierte Abläufe geeignet. Die erzeugten Ergebnisse müssen allerdings häufig mit weiteren Befehlen verarbeitet oder formatiert werden.

Der DateilistenSchreiber verfolgt einen anderen Ansatz. Das Programm bündelt die Erfassung, Auswahl der Informationen und Ausgabe in einer grafischen Oberfläche. Besonders bei Medieninformationen und formatierten Tabellen kann dies bequemer sein als eine selbst erstellte Shell-Lösung.

Installation unter Linux

Die Linux-Version wird als Debian-Paket angeboten und kann damit beispielsweise unter Debian, Ubuntu, Linux Mint und verwandten Distributionen installiert werden. Für Fedora, openSUSE, Mageia usw. stehen RPM-Pakete zum Download bereit. Zusätzlich ist eine portable Nutzung möglich, sodass das Programm nicht zwingend dauerhaft im System installiert werden muss.
Sie finden auf der Projektseite zum einem DEB- sowie RPM-Pakete jeweils in 64BIT sowie 32BIT sowie Binary Portables ebenfalls in 64BIT und 32BIT.

Fazit

Der DateilistenSchreiber ist ein spezialisiertes Werkzeug zur Erstellung übersichtlicher Datei- und Verzeichnislisten. Seine Stärke liegt in der Kombination aus einfacher Bedienung, zahlreichen Dateiinformationen und unterschiedlichen Exportformaten.

Für einfache Dateiaufstellungen reichen unter Linux meist die vorhandenen Kommandozeilenwerkzeuge aus. Sobald jedoch Mediadaten, Prüfsummen, Tabellenformatierung oder eine ansprechende HTML-Ausgabe gefragt sind, bietet der DateilistenSchreiber eine komfortable grafische Alternative. Als ein Backup- oder Synchronisationsprogramm sollte er allerdings nicht verstanden werden: Er katalogisiert Daten, sichert sie aber nicht.

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