Anytxt Searcher ist ein sehr schnelles Desktop-Suchwerkzeug für Dateiinhalte, das ursprünglich für Windows entwickelt wurde, inzwischen aber auch in Form eines vorgefertigten Pakets für Linux angeboten wird. Der folgende Beitrag erklärt in einfachen Schritten, wie man Anytxt unter Linux nutzt und worauf man achten sollte.

Was ist Anytxt Searcher?

Anytxt durchsucht nicht nur Dateinamen, sondern den Inhalt vieler Dateitypen (PDF, Office-Dokumente, eBooks, Textdateien u.v.m.).
Die Software legt dazu einen Index an, d.h. sie liest die Dateien einmal ein und speichert Textinformationen, damit spätere Suchen fast sofort Ergebnisse liefern.
Ziel ist eine lokale Suche – nur deutlich schneller als die Standardsuche vieler Betriebssysteme.

Download & Installation

Je nach Distribution unterscheidet sich die Installation leicht, weil Anytxt offiziell vor allem für Windows bereitgestellt wird und das Linux-Paket eher als Zusatzangebot existiert.
Auf der Projektseite stehen dazu z.B. für Debian und darauf basierenden Distributionen DEB-Installationspakete, sowie für Fedora u.a. RPM-Pakete zum Download bereit.

Die „.run‑Pakete“ sind für die meisten anderen Distros gedacht und werden wie folgt installiert.

Zunächst in den Download-Ordner wechseln:

cd Downloads

ZIP-Archiv entpacken:

unzip Anytxt_1.3.2463_Linux_X86_64.run.zip

Datei ausführbar machen:

chmod +x Anytxt_1.3.2463_Linux_X86_64.run

Installation starten und den Anweisungen folgen:

sudo ./Anytxt_Linux_X86_64.run

Für das Paket „Anytxt Installer ARM64.run“ die Befehle entsprechend anpassen.

Erste Schritte nach dem Start

Anytxt Searcher ist idR mit Standardeinstellungen und vordefinierten Pfade vorkonfiguriert, d.h. häufig genutzte Verzeichnisse wie das Home-Verzeichnis werden automatisch indiziert.
Der Indexaufbau startet im Hintergrund ohne manuelle Eingriffe weitgehend autonom, bis der Index fertig ist. Suchergebnisse werden angezeigt, sobald Texte extrahiert sind. Falls der Prozess unterbrochen oder Ressourcen begrenzt sind, kann der Index später manuell aktualisiert werden.

Warten Sie den Vorgang ab. Sobald am unteren rechten Rand das grüne Häkchen erscheint…

… kann eine erste Abfrage erfolgen. Geben Sie einen Suchbegriff ein (1) und klicken dann auf Los (2). Im linken unteren Fensterbereich erhalten Sie eine Auflistung von Treffern, in denen in der Dateibezeichnung oder inhaltlich mindestens einmal der Suchbegriff vorkommt. In der rechten Fensterhälfte erfolgt eine Vorschau des links markierten Treffers…

Der Anytxt Index-Dienst wird standardmäßig automatisch aktiviert, läuft im Hintergrund und führt dann periodische Updates durch (z. B. alle 4 Stunden, konfigurierbar in Options → Index Manager).

Der automatische Index-Dienst kann auch komplett deaktiviert werden – sollte dann aber gelegentlich manuell erfolgen, damit auch die Suchergebnisse stets aktuell bleiben.

Erweiterte Suche

Der Advanced Search Assistant in Anytxt ist ein erweiterter Suchmodus für komplexe Abfragen mit Operatoren, der über das normale Suchfeld hinausgeht…

Weitere Filter-Optionen: Nach Dateityp, Pfad, Datum, Dateigröße, Dateiname filtern.

Praktische weitere Beispiele

„genaue Phrase“ → Exakter Treffer
Linux & Debian → Beide Begriffe
Linux | Ubuntu → Entweder/oder
!(update | upgrade) → Begriffe ausschließen
(pdf | docx) & Anleitung → Dateityp + Inhalt
^(deb|ruf)$ → Regex: Zeile beginnt mit „deb“ oder „ruf“

Ideal für präzise Suche in großen Indexen – viel mächtiger als Standard-Wildcards.

Das ist nur ein kurzer Überblick zu den Möglichkeiten in Anytxt Searcher.

Fazit

Anytxt Searcher ist ein kostenloses Desktop-Suchtool aus China, entwickelt von einem engagierten Solo-Entwickler seit 2019. Es überzeugt durch seine Fähigkeit, Volltext in über 50 Dateiformaten (inkl. OCR, Archive, E-Books) lokal zu indexieren und blitzschnell zu durchsuchen.

Herkunft & Vertrauen

Bzgl. der Herkunft aus China sei hier angemerkt: Das Tool arbeitet ausschließlich offline, indexiert Dateien nur lokal, kein Cloud-Zwang, keine Telemetrie.

Titelbild: Designed by Freepik

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9 Reaktionen

      • Danke.Habe ich installiert und der Index hat ca. 6 Stunden bei ungefähr 2 Tbyte gebraucht. Der Index scheint cs. 40 GByte groß zu sein. Habe ich über Network Data Usage Monitor erfahren. Da ich normalerweise nicht soviel verbrauche.

        • 2 TB Daten ist schon eine Riesenmenge – das reicht locker für *-zig Millionen Office-Dateien. Auch bei der Geschwindigkeit von Anytxt dauert es halt seine Zeit, bis das auch nach Inhalt indexiert ist…

          • Das ist bei FSearch auch so gewesen. Nur dort wird der Index beim starten schnell erneuert. Bei AnyTXT scheint der Index beim starten neu erstellt zu werden, da es bei 30% anfängt.

    • Die wichtigsten Optionen:

      Advanced Search
      Ein erweiterter Suchmodus für komplexere Abfragen (mehrere Begriffe kombinieren (wie AND, OR, NOT), nach Dateityp, Pfad, Datum, Größe filtern, ggf. spezielle Operatoren einsetzen (z.B. „Linux & Debian“, „Linux | Ubuntu“, „!(update | upgrade)“) – das ist so voreingestellt und für die meisten Anfragen mehr als ausreichend.

      Regular Match
      Das ist die ganz normale, wörtliche Volltextsuche ohne besondere Muster.
      AnyTXT unterscheidet intern verschiedene Modi wie „fuzzy“ (unscharf), „genau“ (präzise) und reguläre Ausdrücke; „Regular Match“ ist hier die Standard-/exakte Suche nach dem eingegebenen Text, ohne unscharfe Logik.

      Reverse Result
      Damit kehrst du die Sortierreihenfolge der Treffliste um.
      Beispiel: Sind die Ergebnisse nach Datum absteigend sortiert (neueste oben), zeigt „Reverse Result“ sie aufsteigend an (älteste oben) – oder umgekehrt bei Sortierung nach Name, Pfad, Größe usw.

      In der Symbolleiste ganz rechts, kannst du die Voreinstellung entsprechend ändern.

  1. Nochmal bzgl. Geschwindigkeitsunterschiede von FSearch zu Anytxt:
    FSearch durchsucht lediglich „nur“ nach Dateinamen – Anytxt Searcher hingegen durchforstet zudem alle Inhalte der einzelnen Dateien nach Übereinstimmungen mit dem Suchbegriff. Das ist halt wesentlich zeitaufwändiger – insbesondere bei dem Datenaufkommen…
    Den Index-Dienst kannst du ja entsprechend einstellen.

    • Nachdem mein Linux mehrfach abgestürzt ist, scheint die Indexdatei defekt zu sein. Er findet nichts mehr.
      Den Index-Dienst hatte ich auf nie eingestellt. Bei jedem Start der Software startet der Index.
      Die Software scheint nur für kleinere Verzeichnisse zu sein.

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