LibreOffice 26.2 setzt konsequent auf mehr Tempo, bessere Dateikompatibilität und moderne Arbeitsabläufe wie Markdown. Damit präsentiert sich die Suite als deutlich rundere Alternative zu proprietären Office-Paketen – vor allem diejenigen, die große Dokumente, Excel-Dateien und Medienreiche Präsentationen nutzen.

Libre Office 26.2

Markdown hält Einzug

Eine der sichtbarsten Neuerungen ist die integrierte Markdown-Unterstützung in Writer und Calc. Writer kann nun Markdown-Dateien direkt importieren, Inhalte aus der Zwischenablage einfügen und beim Export sogar Vorlagen (z.B. ODT/DOCX-Layouts) nutzen. Auch Tabellen aus Markdown lassen sich in Calc einfügen, was die Brücke zwischen technischer Dokumentation, Blogs und klassischer Textverarbeitung deutlich vereinfacht.

​Gleichzeitig steht ein Import- und Exportpfad zur Verfügung, der Markdown als Austauschformat zwischen unterschiedlichsten Werkzeugen tauglich macht. Gerade für Entwickler, technische Redaktionen und Content-Teams, die Inhalte versionieren oder automatisiert weiterverarbeiten, wird LibreOffice damit wesentlich attraktiver.

Writer: Souveräner im Microsoft-Umfeld

In Writer wurde vor allem an der Interoperabilität und der Stabilität in komplexen Szenarien gearbeitet. Schwebende Tabellen und Objekte aus Word-Dokumenten werden besser dargestellt, Layout-Probleme bei DOCX-Dateien sind seltener. Bei der Änderungsverfolgung bleibt Formatierung zuverlässiger erhalten, zusammengehörige Änderungen lassen sich konsistenter bearbeiten.

​Auch im Alltag gibt es spürbare Detailverbesserungen: So kann etwa beim Einfügen einzelner Bilder automatisch eine Bildunterschrift erzeugt werden, sofern AutoCaption entsprechend konfiguriert ist. Verankerte Objekte werden nach dem Einfügen nicht mehr automatisch ausgewählt, was versehentliche Verschiebungen reduziert – für aufwendige Layouts in Dokumente ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Calc: Mehr Leistung und bessere Excel-Brücke

Die Tabellenkalkulation Calc profitiert gleich mehrfach von Performance-Optimierungen. Das Entfernen doppelter Einträge geht schneller von der Hand, große Tabellen mit vielen Spalten, Formen oder ausgeblendeten Bereichen reagieren beim Scrollen deutlich flüssiger. Leistungsprobleme mit 3D-Diagrammen wurden gezielt adressiert, ebenso die Darstellung von Formfüllungen und der Export von SVG-Dateien mit vielen Bitmaps.​

Für den Austausch mit Excel ist besonders wichtig, dass Calc nun die Zwischenablage im BIFF12-Format (Excel 2007 und neuer) unterstützt und große Datenmengen sauber einfügen kann. Das Standardspeicherziel für XLSX wurde auf „Excel 2010–365-Tabelle“ aktualisiert, was das Zusammenspiel in gemischten Umgebungen vereinfacht. Ergänzend können generische XML- und JSON-Dokumente mit verknüpfbaren Bereichen automatisch in Calc-Tabellen abgebildet werden – ein Pluspunkt für datengetriebene Workflows.

Impress und Base: Medien und Mehrbenutzer

Impress erhält vor allem unter Windows einen kräftigen Schub bei Medieninhalten. Durch die Integration der Microsoft Media Foundation lassen sich gängige Audio- und Videoformate direkt abspielen, ohne auf zusätzliche Codecs oder Umwege angewiesen zu sein. Für Präsentationen mit eingebetteten Videos oder Soundeffekten bedeutet das mehr Zuverlässigkeit und weniger Überraschungen im Vortragssaal.

Base, das Datenbankmodul, wurde im Hinblick auf Mehrbenutzerbetrieb überarbeitet und gilt nun als „wirklich für mehrere Benutzer geeignet“. Parallel dazu wurden Performance-Probleme bei 3D-Diagrammen beseitigt und die Interoperabilität von OOXML-Diagrammstilen verbessert, auch wenn diese noch nicht vollständig über die Oberfläche bearbeitet werden können.

Dateiformate, Sicherheit und Unterbau

LibreOffice 26.2 bringt insgesamt eine breite Palette an Verbesserungen rund um Dateiformate und Sicherheit. Der EPUB-Export wurde deutlich beschleunigt und zeigt nun einen Fortschrittsbalken, was besonders bei längeren E-Books und Handbüchern spürbar ist. Bei DOCX- und RTF-Dokumenten wurde an der Layout-Übereinstimmung gearbeitet, um verrutschende Tabellen und Formatierungsfehler zu minimieren.

Veröffentlichung in den Distributionen

LibreOffice 26.2 ist ein sinnvolles Wartungs‑Update mit Leistungsverbesserungen, erweiterter Format‑Unterstützung und Optimierungen im Detail, die den täglichen Einsatz zuverlässiger machen.
Die neue Version ist zwar veröffentlicht, aber wann es in den einzelnen Distributionen ankommt, hängt von jeder Distro selbst ab und lässt sich nicht pauschal mit einem Datum beantworten.

Rolling‑Distros (Arch, Manjaro, openSUSE Tumbleweed, EndeavourOS usw.)

Oft innerhalb von Tagen oder wenigen Wochen nach Freigabe.

Langzeit‑Versionen (Ubuntu LTS, Linux Mint, Debian stable, Ubuntu 24.04 etc.)

Diese behalten häufig eine ältere, als stabil eingestufte LibreOffice‑Version im Haupt‑Repo und springen nicht unbedingt auf 26.2 innerhalb derselben Release‑Generation.

Direkte Download‑Pakete von LibreOffice.org

Tarballs bzw. .deb/.rpmPakete direkt von der Projektseite nutzen.
Eine Anleitung dazu gibt es hier

Unter Debian Stable mit aktivierten Backports ist Libre Office 26.2 bereits verfügbar.

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