Mailspring hat sich zu einer der ausgereiftesten E-Mail-Anwendungen für Linux entwickelt. Seit einer wichtigen Änderung in der jüngeren Versionsgeschichte ist die Nutzung für klassische E-Mail-Funktionen ohne die früher obligatorische Mailspring-ID möglich, was die Privatsphäre-Anforderungen vieler Linux-Nutzer erfüllt.
Installation unter Linux
Mailspring steht für Linux in mehreren Paketformaten zur Verfügung. Offiziell werden DEB-Pakete für Debian-basierte Distributionen wie Ubuntu und Linux Mint sowie RPM-Pakete für Fedora, openSUSE und verwandte Systeme angeboten. Zusätzlich ist eine Installation über Snap möglich, was insbesondere auf Ubuntu-Systemen eine einfache, automatisierte Aktualisierung ermöglicht.
Auf der Projektseite finden Sie die entsprechenden Installationspakete.
Erster Start und Einrichtung ohne Mailspring-ID
Beim ersten Start bietet Mailspring die Möglichkeit, ein Konto zu erstellen. Dieser Schritt ist seit der jüngsten Aktualisierung optional. Nutzer können den Einrichtungsassistenten überspringen und direkt E-Mail-Konten hinzufügen. Dabei bleiben Funktionen wie „Senden später“, Lesebestätigungen und Snoozing deaktiviert, da diese die Cloud-Infrastruktur von Mailspring benötigen. Für IMAP- und Exchange-Konten reicht die lokale Konfiguration aus.

Mailspring – Nutzung ohne ID
Die Kontoanbindung erfolgt über die üblichen IMAP- und SMTP-Einstellungen des E-Mail-Anbieters. Mailspring unterstützt Gmail, iCloud, Office 365, FastMail, Outlook.com, Yahoo und beliebige IMAP/SMTP-Server. POP3 wird nicht unterstützt.
In der kostenlosen Version ist die Nutzung von vier E-Mail-Accounts möglich.

Mailspring – Einrichtungs-Assistent
Bedienung und Funktionen
Die Oberfläche von Mailspring orientiert sich an modernen E-Mail-Clients mit einem einheitlichen Posteingang für mehrere Konten. Die Suche ist leistungsstark und erlaubt Präfixe wie from:, subject: und to: für präzise Filterungen. Rechtschreibprüfung, Sprachdetektion und Übersetzungsfunktionen für ein- und ausgehende Nachrichten sind in der kostenlosen Version enthalten.
Die Oberfläche lässt sich mit diversen Themes – hier im Beispiel »Reborn« verändern bzw. dem persönlichen Geschmack anpassen.

Mailspring – Posteingang
E-Mail-Templates, Signaturen und Filterregeln stehen ebenfalls zur Verfügung. Wer auf Cloud-Funktionen verzichtet, nutzt Mailspring als rein lokalen Client mit minimalem Datenabfluss. Die Anwendung respektiert unter Linux die Systembenachrichtigungen, läuft nativ unter X11 und Wayland und ist auch für ARM64-Architekturen verfügbar.

Mailspring – Nachricht verfassen und senden
Via -> Bearbeiten -> Einstellungen gelangen Sie zu den vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten die individuell angepasst, aber größtenteils direkt übernommen werden können.

Mailspring – Einstellungsdialoge
Fazit
Mailspring bietet unter Linux eine moderne, ressourcenschonende und funktionsreiche E-Mail-Umgebung. Die Option, ohne Mailspring-ID zu arbeiten, macht die Anwendung auch für datenschutzbewusste Nutzer attraktiv. Für klassische E-Mail-Aufgaben ist Mailspring eine erstklassige Wahl, während erweiterte Produktivitätsfunktionen optional über ein Pro-Abonnement freigeschaltet werden können.
Titelbild: Image by jannoon028 on Magnific

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