Wie des öfteren im Herbst und Winter beschäftige ich mich mit liegengebliebenen Tätigkeiten. Darunter fallen Super8-Filme, Dias und Keller aufräumen.

Letzteres liefert immer wieder Schätze aus längst vergangenen Tagen. So wurde ich fündig mit einem Acer Aspire 5250.

Ein Notebook mit einem E-350 (2x 1.6 GHz) Prozessor von AMD, einem W-Lan mit max. 54 MBit, einer 400GB Platte und …
Trommelwirbel …. Windows 7.
Die Besitzerin dieses Notebook ist mittlerweile ausgezogen. In der Coronazeit benutzte ihn meine Frau noch um Home-Office durchzuführen. Die damalige Aufgabe des Notebooks war, einen Remote-Desktop aufzubauen und Tastaur und Maus bereit zu stellen. Corona war gestern und der Notebook landete im Keller.
Zu Zeiten als ihn meine Tochter benutzte, musste ihn Papa etwas schneller machen. Also bekam er irgendwann einmal 16GB Speicher in 2 x 8GB eingebaut.

2026 stellt sich die Frage was tun mit dem Ding?

Der Prozessor naja. Der Speicher –> ist dafür OK. Die Festplatte –> raus damit.
Das Netzteil funktioniert, Lüfter und Platine sind vom Staub befreit. Tastatur ist in Ordnung. Das Gehäuse stabil und der Lüfter tut auch noch seinen Dienst. Der Akku ist dafür Schrott.

Die Geräuschentwicklung ist gering, man hört es, aber es bleibt im Rahmen.

Was kann man erwarten bei einer Inbetriebnahme?

Aus ALT

Nun der große Schwachpunkt ist die 2 x 1,6 GHz Taktfrequenz. Damit muss man eben leben.
Das wird durch 16GB Speicher ausgeglichen und man kann Programme und Daten „vorladen“. Aber Bildverarbeitung oder Filme schneiden, dafür gibt es bessere CPU’s. Die CPU ist 64Bit fähig also das ist auch kein Problem.

Memory (RAM). Wenn mehr als 4 GB Speicher in dem Notebook stecken, sollten wir keine Probleme damit haben. Bei <= 4GB könnte es fad werden. Er wird funktionieren, aber ob man glücklich wird, bleibt abzuwarten.

Festplatte oder das Schmirgeln auf der Oberfläche. HD zu der Zeit hatten durchschnittliche Zugriffszeiten von rund 7ms. Also 512 Byte lesen und schon ist eine Ewigkeit verbraucht. SSD gab es damals noch nicht oder waren teuer. Windows stürzte damit ab bzw hatte noch kein trim-Kommando inkludiert. Der Notebook ist rund 15 Jahre alt.

Netzwerke waren damals bereits in den GBit-Bereich vorgestoßen. Zumindest am Kabel; WLAN gab es im 2,5 GHz Bereich mit 54 MBit. WLAN5/6 im 5GHz-Frequenzband hätte man damals gerne. Also werden wir uns damit begnügen müssen. Bluetooth version 3 hatte der Notebook on Board.

Video/Grafik Karte


GPU oder ähnliches gab es schon, aber um dessen Preis …. Vor allem der Platz war/ist im Notebook nicht vorhanden. In Desktop-PC konnte man eine ordentliche Video-Karte einbauen. in Notebook mussten die schwächeren Karten ihr Dasein fristen. Bei mir ist eine Radeon HD 6310 verbaut. Die liefert ein ordentliches Bild im Zusammenspiel mit dem Bildschirm bei FullHD-Auflösung. Mehr als einen 2. VGA-Monitor Anschluss allerdings nicht funktioniert nicht.

USB

Damals war die USB-Version 2.1 gerade aktuell 480 MBit darf man erwaten. USB 3 wurde gerade geschrieben und die ersten Driver entwickelt. Auch damit wird man leben müssen.

CD/DVD

waren zu dieser Zeit sehr populär und damit in jedem PC verbaut. Heute sucht man so ein Laufwerk bereits.

BIOS

Es ist noch ein schönes altes Bios ohne Secureboot, ohne UEFI einfach über F2 zu erreichen. Auch daran werden wir nichts ändern. Und damit scheidet einmal ein aktuelles Windows aus.

mach NEU

Festplatte

In meinem Fundus liegt noch eine 2,5 Zoll SATA-SSD mit 250 GB Kapazität. Die wird gleich einmal eingebaut.

Das Akku-Pack sollte ich auch tauschen. Da die Laufzeit nur mehr im Milli-Sekundenbereich liegt. Das Netzteil funktioniert, zeigt aber auch schon Gebrauchsspuren. Wahrscheinlich war der Notebook bei diversen Fahrradstürzen besser geschützt als das Netzteil.

Mit dem Rest muss ich leben oder alles entsorgen. Probieren wir einmal ob mann damit überhaupt vernünftig arbeiten kann?

Die Distribution

Ich nehme, wieder einmal Debian Trixie her, da ich einen boot-fähigen USB-Stick in der Lade liegen habe. Das System kommt sofort hoch damit, alle Hardware-Komponenten werden erkannt und die Installation wird gestartet. WLAN wird eingerichtet, die tausend Pakete heruntergeladen und installiert.

Dabei merkt man, dass das WLan etwas langsamer als üblich ist. Aber ansonsten läuft alles wie immer.

Welcher Desktop darf es sein…..
XFCE, Gnome usw. oder doch Cinnamon. Wie auch immer, alle funktionieren. Die Anmeldung zeigt sich halt u.U. etwas träge. Was an der CPU hängt.

Kann man damit arbeiten.

Natürlich. Beim Surfen im Internet merkt man keinen Unterschied. Selbst die Videos von Youtube funktionieren problemlos. Office Anwendungen lassen sich ohne Probleme öffnen und funktionieren. ein 60 Seiten PDF-Dokument wird in rund 50 Sekunden geladen. E-Mail und Kalander arbeiten normal. Ebenso die Messenger.

Eng wird es, wenn man viele Prozesse parallel arbeiten läßt. Da merkt man das Alter der Maschine. Ich laufe auch nicht mehr die 100 Meter in meiner Jugendzeit.

Die Kosten

Wenn man jetzt zusammen rechnet, ob sich das Ganze auszahlt……

Die SSD kostet ca. € 40.-
Das Netzteil für den Acer kostet € 12,-
das Akku Pack schlägt sich mit € 22,- zu Buche

Somit wären die Gesamtkosten bei rund € 75,- . Dafür bekomme ich ungefähr die Leistung eines Raspberry 3/4 allerdings bereits mit einem Bildschirm und Netzgerät.

Wer den Speicher auch noch aufrüsten muss, der muss für 8GB ungefähr weitere 70 € rechnen. Somit wären wir bei rund 140,- € und da ist die Frage, ob man sich das antut.

Wie kann man die Performance verbessern?

Ein paar einfache Tipps :

Das Thema SSD wurde bereits angeschnitten. 7ms im Durchschnitt für einen einzelnen Plattenzugriff sind nicht gerade wenig. Da ist ein direkter Speicherzugriff tausend mal schneller.

Ausreichend Speicher tut einem solchen System sicher gut. Wenn der Rechner mit Windows betrieben wurde, dann sollte genügend Speicher vorhanden sein.

Und dann kann man noch ein Softwarepaket namens preload https://linux-bibel.at/index.php/2026/05/03/preload-unter-linux/ installieren.

Und wenn die CPU im 2 GHz Bereich arbeitet, dann braucht man nicht mehr fragen.

Was die Installation selbst betrifft…. Einfach eine Standardinstallation durchklicken.

Somit kann ich nur mehr sagen ……
viel Spaß mit dem System. Es wird euch noch Jahre lang gute Dienste liefern.

PS: Geschrieben auf einem Acer Aspire 5250. Ich schätze, dass der Akku wahrscheinlich auch ausgetauscht wird. 😉

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